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18. Mai 2007

Trainingssteuerung mit Hilfe der OwnZoneTM-Funktion

Freizeit- und Gesundheitssportler führen ein Ausdauertraining oft mit einer zu hohen Intensität durch. Daher ist es sinnvoll über Methoden zu verfügen, mit deren Hilfe zu intensive Belastungen vermieden werden können. Als sehr hilfreich hat sich in dieser Hinsicht in den vergangenen Jahren die Verwendung von Herzfrequenzmessgeräten erwiesen, die eine individuelle Belastungssteuerung durch ein Herzfrequenzmonitoring ermöglichen.
Zusätzlich zur kontinuierlichen Herzfrequenzmessung hat die Firma Polar in einigen Herzfrequenzmonitoren wie den M52 eine Anwendung integriert, mit deren Hilfe vor einem Ausdauertrainingsprogramm ein leistungsdiagnostischer Test (OwnZoneTM-Test) durchgeführt und ein Herzfrequenzbereich für das Training vorgegeben wird.
Theoretische Grundlage für die OwnZoneTM ist das Verhalten der hochfrequenten Herzfrequenzvariabilität (HRV) unter Belastung. Diese fällt mit zunehmender Intensität ab,
erreicht bei etwa 50-55 % der VO2max ein Plateau und steigt dann bis in den Maximalbereich durch den Einfluss der Atmung wieder an. Die untere Grenze der OwnZoneTM entspricht dem Beginn des Plateaus bei etwa 65 % der maximalen Herzfrequenz (HFmax). Die obere Grenze der Own-Zone „Basic“ wird durch Addition einer fixen Herzfrequenz (30/min) zum unteren Limit bestimmt, was etwa 82 % der HFmax entspricht. Bei der OwnZone „Advanced“ wird die obere Grenze durch Addieren von 40 Schlägen/min festgelegt, was etwa 87 % der HFmax entspricht. Der „Advanced“-Bereich wird wiederum in zwei gleiche Zonen (jeweils 20 Schläge/min) eingeteilt, eine Own- Zone „low“ (65-77 % HFmax) und eine OwnZone „high“ (77- 87 % HFmax).
Nach Angaben des Herstellers wird durch die OwnZoneTM- Funktion der Intensitätsbereich für das aerobe Ausdauertraining bestimmt (Polar). Dabei sollen das untere Limit der OwnZone „Basic“ und der „low“-Bereich der OwnZone „Advanced“ überwiegend einer moderaten Trainingsintensität entsprechen, während das obere Limit der OwnZone „Basic“ und der „high“-Bereich der OwnZone „Advanced“ überwiegend einem intensiven Ausdauertraining entsprechen sollen.
Ob jedoch mit Hilfe der Bestimmung der Herzfrequenzvariabilität der Energiestoffwechsel in der Arbeitsmuskulatur beurteilt werden kann und so eine individuelle Trainingssteuerung
ermöglicht wird, ist bisher nicht überprüft worden. Darüber hinaus ist aus Literaturbefunden bekannt, dass bei unterschiedlichen Belastungsformen die Herzfrequenz und Laktatreaktionen verschieden sind. Da jedoch unabhängig von der Ausdauersportart immer die gleichen OwnZoneTM-Vorgaben für die Trainingsbereiche gelten, ist zu überprüfen, ob damit vergleichbare Beanspruchungen des Energiestoffwechsels erreicht werden. Ziel der Untersuchung war es deshalb, die Trainingsempfehlungen mittels der OwnZoneTM-Funktion bei einer Laufband- im Vergleich zu einer Fahrradergometerbelastung zu evaluieren.

Ergebnisse
Die Laktatkonzentrationen wiesen während der mit den OwnZoneTM-Vorgaben gesteuerten Dauerbelastungen erhebliche interindividuelle Unterschiede auf. Die individuellen %HFmax-Werte weichen zum Teil erheblich nach unten und oben ab, so dass eine individuelle und zielgenaue Steuerung der Trainingsintensität auf Grundlage der HRV-Bestimmung unter Belastung durch die OwnZoneTM-Funktion in Frage gestellt werden muss. Ähnliche Befunde fanden auch andere Untersucher.
Aus den Ergebnissen dieser Untersuchung lässt sich schlussfolgern, dass die Herzfrequenzvariabilität unter Belastung möglicherweise kein Indikator für die Beanspruchung
des Energiestoffwechsels darstellt und daraus abgeleitete Herzfrequenzvorgaben keine individuelle Trainingssteuerung für ein Ausdauertraining ermöglichen.

Quelle: DEUTSCHE ZEITSCHRIFT FÜR SPORTMEDIZIN Jahrgang 58, Nr. 3 (2007)
Herr Dörrfuß
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