Der Golfsport boomt. Die Zuwachszahlen der organisierten Golfspieler stiegen in den letzten Jahren so stark an, dass Golf bald als Breitensport zu bezeichnen ist. Aufgrund der scheinbar moderaten Belastung, kann man Golf zu den Lifetime-Sportarten zählen, die man ein Leben lang ausüben kann.
Jedoch wird die Belastung beim Golfen von vielen falsch eingeschätzt!
Zunächst einige Fakten rund um das Golfspielen vor:
Während einer Runde über 18 Löcher werden etwa 8-9km zu Fuß zurückgelegt. Ein Spieler mittlerer Spielstärke benötigt dafür ca. 90 & 100 Schläge und eine ebenso große Zahl von Probeschwüngen. Da die Sauerstoffaufnahme während des Spiels durchschnittlich um das Dreifache gegenüber dem Grundumsatz ansteigt, ergibt sich bei einer Gesamtspieldauer von 4 Stunden ein Umsatz von ca. 1000kcal für einen 80kg schweren männlichen Spieler.
Bei leichteren Spielern ist der Energieverbrauch entsprechend geringer.
Zum Vergleich: 1000kcal entsprechen etwa dem Verbrauch bei einer Stunde Joggen, ausgehend von einer 80kg schweren Person.
Die Energiebereitstellung beim Golfen erfolgt vorrangig aerob (Gehen), d.h. durch Verbrennung von Kohlenhydraten und Fetten unter Sauerstoffzufuhr. Lediglich in der Schwungphase wird durch den anaerob-alaktaziden Stoffwechsel Energie für den Schlag frei.
Ein Trainingseffekt für das cardio-pulmonale System (Herz-Kreislauf) ist nicht zu erwarten, da von den vier Stunden Spieldauer, lediglich15min in einem trainingswirksamen Bereich, sind.
Belastung und Beanspruchung beim Golfen:
Stützt- und Bewegungsapparat:
Studien zeigen, dass ca. 50% aller Golfspieler unter Rückenschmerzen leiden. Bei 60% der Betroffenen haben sich die Beschwerden durch das Golfen verschlimmert.
An der Spitze der Verletzungen stehen weiterhin Handgelenkprobleme, gefolgt von Ellbogen- sowie Kniebeschwerden.
Dabei ist nahe liegend, dass ein signifikanter Zusammenhang zwischen den genannten Beschwerden und der Kraftleistung der betroffenen Muskelstrukturen existiert. Golfspieler mit Rückenbeschwerden verfügen in allen getesteten Bewegungsebenen der Wirbelsäule über deutlich schwächere Kraftwerte als untrainierte Vergleichspersonen. Hingegen verfügen Golfspieler ohne Rückenbeschwerden über eine höhere Muskelkraft im Bereich der Rumpfmuskulatur gegenüber beschwerdefreien untrainierten Vergleichspersonen.
Durch die Ökonomisierung des Golfschwungs und ein ergänzendes Fitnesstraining kann die Belastung des Stütz- und Bewegungssystems deutlich reduziert werden. Neben der Bauch- und Rückenmuskulatur, sollten auch Gesäß, Schultern und Arme Bestandteil des Kräftigungstrainings sein. Besonders bei Vorschäden wird die Stabilisierung der Wirbelsäule erheblich verbessert und der Sport kann länger und gesünder betrieben werden. Zumal eine verbesserte Muskelkraft im Rumpf die Voraussetzung zur Steigerung der golfspezifischen Leistung schafft.
Herz-Kreislaufsystem:
Die Belastung des Golfens auf das Herz-Kreislaufsystem ist gering. Sowohl Blutdruck als auch Puls erreichen bei den meisten Spielern nur moderate Bereiche. Aufgrund der geringen Intensität beim Gehen kommt es kaum zu Adaptionserscheinungen, welche mit einer Erhöhung der Leistungsfähigkeit des Herz-Kreislaufsystems gleichzusetzen sind.
Ein ergänzendes Training durch gezielte Ausdauerbelastungen im Sinne des Laufens, Radfahrens, etc. ist daher aus verschiedenen Gründen empfehlenswert:
Neben den allgemeinen gesundheitlichen Effekten, wie gesteigerte Immunabwehr, Ökonomisierung des Herz-Kreislaufsystems, Senkung von Blutdruck und Blutfetten, etc. bestehen wichtige golfspezifische Aspekte, darunter:
1. Steigerung der muskulären Kohlenhydratspeicher
2. Steigerung der Fettverbrennungsrate
3. Erhöhte Konzentrationsfähigkeit während der gesamten Spieldauer
4. Beschleunigte Regenerationsfähigkeit
Nutzen Sie die spielfreie Zeit!
Das zeitlich reduzierte Golfspiel im Winter bietet hervorragende Möglichkeiten, die beiden wesentlichen Ausgleichseffekte für ein gesundes, belastungsverträgliches und erfolgreiches Golfspiel zu erarbeiten. Die Kräftigung der Rumpfmuskulatur und die Steigerung der Ausdauerleistung können durch ein individualisiertes Training effektiv erzielt werden. Für den Einstieg ist die Untersuchung der aktuellen Leistungsfähigkeit empfehlenswert. Anhand der persönlichen Leistungswerte sollte ein Trainingskonzept erarbeitet werden, welches sich am Leistungsstand, den individuellen Möglichkeiten (Umfang, Häufigkeit,..) und dem persönlichen Trainingsziel ausrichtet.
Quelle: Axel Dörrfuß
www.contractrelax.de
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5. Dezember 2005
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Gesund Golf spielen setzt neben einer guten Technik, eine gute Sauerstoffversorgung, eine schnelle Erholung des Herz-Kreislaufsystems sowie eine stabile Rücken-, Schulter- und Armmuskulatur voraus. Durch ein individualisiertes Trainingsprogramm können die optimalen Voraussetzungen geschaffen werden, um in eine gesunde und erfolgreiche Golfsaison 2006 zu starten. Holen Sie sich jetzt Ihre körperliche Platzreife!
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