bzw. eine gute Ausdauerleistungsfähigkeit gelten als Schutzfaktoren für degenerative Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
Die maximale Sauerstoffaufnahme als Bruttokriterium der aeroben Leistungsfähigkeit unterscheidet sich bei Freizeitgolfspielern nicht wesentlich von jener Untrainierter. Allerdings führt ein Golfspiel über eine Dauer von 4 Stunden zu einem beachtlichen Energieverbrauch mit gesteigerter Fettverbrennung. Ungefähr ein Drittel des Geamtumsatzes wird beim Golf durch die Oxidation von Fetten bereitgestellt. Während einer 18-Loch-Runde entspricht dies einer Verbrennung von ca. 330 kcal Fett. Im Vergleich hierzu liegt der Fettumsatz während einer Stunde Tennis deutlich niedriger (ca. 80 kcal). Gesundheitlich positive metabolische Effekte (z.B. Veränderungen im Lipoproteinprofil) sind demzufolge möglich und konnten in vereinzelten Längsschnittstudien nachgewiesen werden.
Mit zunehmendem Alter kommt es zu einem Verlust an koordinativen Fähigkeiten und Abnahme der Flexibilität, was häufig Ursache von Stürzen und Verletzungen ist. Hier könnte das Golfspielen einen zusätzlichen präventiven Effekt haben.
Gesundheitliche Risiken:
Kardiale Gefährdung
Einzelne epidemiologische Studien zeigen ein erhöhtes kardiales Risiko beim Golfspielen, doch handelt es sich dabei um Spieler im fortgeschrittenen Alter mit bestehender koronarer Herzkrankheit.
Eine mögliche Gefährdung ergibt sich durch die kurzfristig hohe Druckbelastung während des Treffmoments und im Einzelfall (je nach Persönlichkeitsstruktur des Spielers) durch den Stressfaktor unter Wettkampfbedingungen. Bei der Mehrzahl aller Freizeitgolfer bleibt jedoch die mittlere sympathische Aktivität auch unter Turnierbedingungen gering. Gegebenenfalls können ungünstige äußere Bedingungen, wie Hitze und starke Sonneneinstrahlung, eine Rolle spielen. Insgesamt kann die kardiale Gefährdung jedoch aufgrund des milden Beanspruchungsprofils und dem Ausbleiben extremer Belastungsspitzen als gering eingeschätzt werden.
Orthopädische Risiken
Verletzungen entstehen durch Unachtsamkeit beim Schwung (Schlägerverletzung) oder durch Ballverletzung (Platzwunden) bei Fehlschlägen sowie beim Schlag in den Boden. Akute Muskelverletzungen (Muskelzerrungen, Muskelrisse) und Verstauchungen betreffen vor allem die Rückenstreckmuskulatur, den Schultergürtel (bei "Luftschlägen") und die Arme (Ellenbogen, Handgelenke), wobei unzureichendes Aufwärmen hierbei ein wichtiger disponierender Faktor ist. Auch Distorsionen des Sprunggelenkes können auftreten.
Beschwerden infolge chronischer Überlastungen sind relativ häufig. Ca. 40 % der Freizeitgolfer leiden unter Beschwerden, die die Ausübung der Sportart mehr oder weniger beeinträchtigen. Männer sind häufiger betroffen als Frauen, Anfänger wiederum häufiger als fortgeschrittene Golfspieler. An der Spitze stehen Rückenprobleme, gefolgt von Handgelenk- und Ellenbogen- sowie Kniebeschwerden.
Die Rumpfdrehung beim Golfschwung, die anhaltende Vorneigung beim längeren Üben von kurzen Schlägen und die extreme Hyperlordosierung der Lendenwirbelsäule am Schwungende bei Distanzschlägen können auch bei jüngeren Sportlern zu Schmerzen im Rückenbereich führen. Von den Bandscheiben werden vor allem Torsion und Hyperextension schlecht toleriert & insbesondere bei unzureichender muskulärer Führung (eine Abgrenzung von Diskopathien und Tendomyopathien ist dabei schwierig bzw. kaum möglich). Im Bereich der Schulter finden sich entzündliche Veränderungen der langen Bizepssehne sowie Veränderungen im Bereich der Supraspinatussehne. Am Ellgenbogengelenk treten am ulnaren Epikondylus Insertionstendopathien auf (bei falscher Griff- und Schlagtechnik). Innenband und Innenmeniskus des Kniegelenkes sind in der Endphase des Golfschwunges einem erhöhten Valgus- und Außenrotationsstress ausgesetzt, was bei älteren Golfspielern zu einer Ligamentopathie und Meniskopathie führen kann.
Hauptbefunde sind also Tendomyopathien bzw. Insertionstendopathien, muskuläre Überforderungen, in seltenen Fällen auch Meniskopathien. Die Beschwerden klingen unter symptomatischer Behandlung und Belastungsreduktion im Allgemeinen bald wieder ab. Ursache von Überlastungsbeschwerden ist neben der zu häufigen monotonen Wiederholung von bestimmten Bewegungsabläufen ohne ausreichendes Ausgleichstraining vor allem eine fehlerhafte Technik.
Zur Prävention von Überlastungsbeschwerden ist folglich die Schwungkorrektur unter Anleitung eines erfahrenen Golfprofis dringend geboten. Eine kräftige Muskulatur stabilisiert die Wirbelsäule und die großen Gelenke. Sie ist Voraussetzung für eine physiologische Belastung von Gelenkknorpel und Bandscheibe. Zur Prävention von Fehlbelastungen aufgrund muskulärer Ermüdung ist also eine vorbereitende "Golfgymnastik" & analog zur Skigymnastik & mit kräftigenden Übungen für Schulter- und Rumpfmuskulatur dringend zu empfehlen (und sollte Teil jedes Golflehrganges sein).
Quelle: Sektion Breiten-, Freizeit- und Alterssport der DGSP
Erarbeitet von F. Boldt, Landesinstitut für Sportmedizin Berlin (Federführung)
A. Ferrauti, Deutsche Sporthochschule Köln
R. Wolff, Institut für Sportwissenschaft, Humboldt-Universität Berlin
Kontakt: www.dgsp.de/ds-e009.htm
Sie sind hier: Wissenschaft
Nachrichten
30. Juni 2005
Sportmedizinische Aspekte des Golfsports
Teil 2: Gesundheitswert und -risiken des Golfsports:
Als gesundheitsfördernd betrachten viele Freizeitgolfer die erholsame und entspannende Wirkung des Golfspiels und die regelmäßige Bewegung in der Natur.
Regelmäßige Bewegung mit einem Kalorienverbrauch von ca. 2000 & 3000 kcal/Woche
Als gesundheitsfördernd betrachten viele Freizeitgolfer die erholsame und entspannende Wirkung des Golfspiels und die regelmäßige Bewegung in der Natur.
Regelmäßige Bewegung mit einem Kalorienverbrauch von ca. 2000 & 3000 kcal/Woche
Herr M.A. Höfling






