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20. September 2005

Trainingsmängel bei Deutschlands Bundesligisten

Es ist die wohl umfangreichste Untersuchung über die Trainingsarbeit der Fußball-Bundesliga, die jemals durchgeführt wurde. Mehr als dreißig Seiten umfasste der Fragenkatalog, den der Hamburger Sportwissenschaftler Pedro Gonzales an die Cheftrainer der Bundesligisten verschickte, in dem es vor allem um Trainings-inhalte im Kraft- und Ausdauerbereich ging. 14 der 18 Vereine beteiligten sich an dieser Umfrage. Das Ergebnis, das jetzt auf dem Kongress der Deutschen Gesellschaft für Sportmedizin und Prävention in Hamburg vorgestellt wird, ist erschreckend: In fast allen Clubs wird häufig falsch trainiert.
Trainingsmängel bei Deutschlands Bundesligisten
Vor allem das Verhältnis von Belastung zu Regeneration der Profis stimmt in den meisten Fällen gar nicht: „Die Trainer versperren sich modernen Methoden, weil sie zuwenig darüber wissen”, lautet das Urteil von Pedro Gonzales, der die Bundesligisten besucht hat, bevor er seine Doktorarbeit über Trainingsinhalte der Bundesliga schrieb, um daraus diese erste repräsentative Studie zu erstellten. Im Gegensatz zu den Vereinen der Seria A in Italien, der Primera Division in Spanien, der englischen Premier League oder der NBA scheint man in Deutschland die Entwicklung der modernen Trainingslehre zu verschlafen. Der Grund liegt für Gonzales auf der Hand: „Die Konditionstrainer haben zuwenig Einfluss. Bei Vereinen wie dem AC Mailand oder CF Barcelona rangieren diese Spezialisten gleichrangig neben dem Chefcoach.” Eine löbliche Ausnahme aber gibt es auch in Deutschland: „Beim HSV hatten wir nichts zu beanstanden, da wird im Fitnessbereich auf höchstem Niveau gearbeitet.” Vielleicht auch ein Grund für die erfolgreiche sportliche Entwicklung des Hamburger Bundesligisten in den letzten Monaten.

Quelle: www.dgsp-kongress.de
Herr M.A. Höfling
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