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19. Dezember 2003

Chronische Achillodynie

Belastendes exzentrisches Wadenmuskel- training bei der Behandlung chronischer Achillodynie.

Achillodynien, als Folge von Überlastung, treten am häufigsten bei männlichen Läufern mittleren Alters auf. Leider ist die konservative Behandlung nicht immer erfolgreich und eine Operation manchmal unumgänglich.
Wadenmuskeltraining bei der Behandlung chronischer Achillodynie

Die Autoren testeten ein exzentrisches Wadenmuskelkräftigungsprogramm an 15 Patienten, die auf konservative Behandlung nicht angesprochen hatten (Untersuchungsgruppe), und verglichen die Ergebnisse mit einer Gruppe gleicher Anzahl, die eine Operation hinter sich hatte (Kontrollgruppe),

Das Durchschnittsalter der Untersuchungsgruppe betrug 44,3 Jahre, das der Kontrollgruppe 39,6 Jahre. Die Dauer der Beschwerden reichte von 3 bis 100 Monaten in der Untersuchungsgruppe und von 6 bis 88 Monaten in der Kontrollgruppe.

Aufgrund der Schmerzen konnte keiner der Teilnehmer ein Lauftraining absolvieren.

Im Ultraschall konnten Sehnenveränderungen sichtbar gemacht und so die Diagnose Tendinose gestellt werden.

Die exzentrische und konzentrische Muskelkraft wurde mit einem Biodex-Isokinetik-Gerät bestimmt und die Schmerzen mit Hilfe einer 100 mm Visuellen Analog Skala (VAS) bestimmt.
Das Übungsprogramm sah folgendermaßen aus:

Stehend mit beiden Füßen auf einer Treppe, wobei nur der Vorfuß sich auf der Stufe befand, wurde ein Zehenstand unter Belastung der nicht betroffenen Seite ausgeführt.
Das gesamte Körpergewicht wurde dann auf die betroffene Seite verlagert und die Ferse langsam bis unterhalb des Vorfußes abgesenkt.
Es wurde mit der betroffenen Seite keine konzentrische Kontraktion durchgeführt. Vielmehr wurde die nicht betroffene Seite erneut voll belastet, um wieder in die Ausgangsposition zurückzukehren.
Die Übung wurde sowohl mit gestrecktem als auch mit flektiertem Knie durchgeführt.
Die Patienten wurden angeleitet, je drei Serien zu 15 Wiederholungen zweimal täglich durchzuführen (drei Sätze mit gebeugtem und drei Sätze mit gestrecktem Knie).
Die Übung sollte auch bei Schmerzen durchgeführt werden, solange diese erträglich waren.
Sobald die Übung schmerzfrei durchgeführt werden konnte, wurde sie mit zusätzlichem Gewicht intensiviert, entweder mit einem Rucksack. der mit zunehmenden Gewichten belastet wurde, oder mit Hilfe eines Trainingsgerätes.
Die Patienten des Übungsprogramms wurden vor Beginn und nach 12 Wochen untersucht. Diese Ergebnisse wurden mit der Kontrollgruppe verglichen, die vor und 24 Wochen nach der Operation untersucht wurde.

Ergebnisse
Nach 12 Wochen exzentrischer Kräftigungsübungen konnten alle Patienten der Untersuchungsgruppe wieder ihr Lauftraining durchführen. Es gab keinerlei signifikante Unterschiede in konzentrischer und exzentrischer Kraft zwischen der betroffenen und der nicht betroffenen Seite. Keiner dieser Patienten musste sich einer Operation unterziehen.

Es sollte erwähnt werden, dass wenige Patienten eine Vrschlimmerung in den folgenden. Monaten beschrieben, die jedoch durch Fortsetzung des Trainings reversibel war. Deshalb empfehlen die Autoren, dass die Patienten ihre Übungen für eine unbestimmte Zeit ein
bis zweimal wöchentlich fortführen sollten.

Der Heilungsmechanismus, den die Autoren vermuten, basiert auf den Ergebnissen der Studie von Stanish et al., der zwei mögliche Effekte des exzentrischen Trainings nennt.

Dehnung, die mit einer" Verlängerung" der Muskelsehneneinheit einhergeht, führt zu weniger starker Inanspruchnahme während der Bewegung. .
Belastung der Muskelsehneneinheit führt zur Hypertrophie und somit zur Steigerung der Zugfestigkeit.

Die operierte Untersuchungsgruppe hatte im Grunde genommen die gleichen Ergebnisse, aber erreichte diese nicht vor der 24. Woche. Somit kann das hier vorgestellte exzentrische Übungsprogramm eine erfolgreiche konservative Behandlungs- alternative für chronische Achillodynien sein und sollte vor einer Operation in Betracht gezogen werden.

Quelle: AmJSports Med.1998 ; 26,3 :360-366
Herr M.A. Höfling
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